„30 Jahre autonomer 1. Mai in Wuppertal“ – Interview in der [改道] Gǎi Dào erschienen

In der aktuellen 64. Ausgabe der 改道 Gǎi Dào ist ein Interview zum autonomen 1. Mai in Wuppertal erschienen, das wir euch nicht vorenthalten wollen!

In der Ausgabe finden sich noch weitere Artikel zu den Themen Ukraine, Anarchismus in der Türkei und Kurdistan, Bockhaben&Vereinbarungen in anarchistischen Strukturen sowie zum Thema Rassismus.



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[改道] Gǎi Dào – Homepage: fda-ifa.org/gaidao


Der autonome 1. Mai in Wuppertal

Der autonome 1. Mai in Wuppertal feiert dieses Jahr Jubiläum. Zum nunmehr dreißigsten Mal wird sich am
„Tag der Arbeit“ ein Demonstrationszug mit dem Ziel Schusterplatz durch die engen Straßen der Elberfelder
Nordstadt schlängeln. Konsequent seit ihrer Gründung unangemeldet, ist die Veranstaltung immer wieder
Angriffsziel von Polizei und darauffolgender Repression geworden – mal mehr, mal weniger. Wir interviewten
Beteiligte der letzten Jahre, zu der Demonstration und der aktuellen Situation in der Metropole des
bergischen Land. Das Ergebnis wollen wir der geehrten Leser*innenschaft natürlich nicht vorenthalten.

Hallo, dieses Jahr ist ja das dreißigjährige Jubiläum der autonomen 1. Mai Demonstration in eurer Stadt. Könnt ihr etwas zu der Entstehung und ihren Gründen sagen, warum gab es ab 1986 eine explizit autonome Veranstaltung an diesem Tag?

Also als Erstes müssen wir sagen, dass die Älteren unter uns, also von denen die dieses Jahr die 1. Mai Demo an den Start bringen, vor 30 Jahren auch sehr jung waren. Trotzdem finden wir es geil, dass es in Wuppertal seit 1986 diese Kontinuität gibt und das ist doch schon mal
echt nicht schlecht! Und wir hoffen, dass diese Jahr besonders viele Leute die auch vor 30 Jahren schon auf der Straße waren kommen und alle anderen natürlich auch.
Ansonsten würden wir hier gerne noch kurz zitieren:
“Vor genau 30 Jahren wurde die Tradition einer autonomen 1.Mai Demo in Wuppertal begründet, als wir uns – aus guten Gründen – von der DGB-Demonstration trennten und nach links in die Elberfelder Nordstadt zogen. Inhaltliche Differenzen und die Einsicht, dass mit deutschen Gewerkschaftsverbänden keine radikale Politik und Gesellschaftskritik machbar ist, haben den autonomen Teil der Demonstration zur Gründung ihrer eigenen unangemeldeten und selbstbestimmten Demo bewogen.
250 Demonstrant*innen zogen am Arbeitsamt und bei
diversen Sklavenhändlern/Leiharbeitsfirmen vorbei, um ihrer Ablehnung gegenüber dem kapitalistischen Normalzustand Ausdruck zu verleihen. Die autonome 1. Mai Demo findet seitdem jedes Jahr statt und ist bundesweit eine der letzten regelmäßig unangemeldet stattfindenden 1. Mai Demonstrationen.
Auch die 1. Mai-Straßenfeste sind 1986 zum ersten Mal organisiert worden und finden seit 30 Jahren mit oder ohne Giraffen auf dem Schusterplatz statt.”

Und habt ihr nach der ganzen Zeit einmal Bilanz gezogen? In wie weit ist eure radikale Politik und Gesellschaftskritik in den letzten dreißig Jahren machbar gewesen? Der kapitalistische Normalzustand existiert leider immer noch und ich würde sagen, dass sich die Situation eher weiter verschärft.

Also überall hat radikale Kritik nicht funktioniert und auch den Kapitalismus gibt es überall, nur in Wuppertal nicht 😉 – nein im Ernst, natürlich sieht es auch bei uns nicht gerade rosig aus, vielleicht sogar was schlechter als in manchen Ecken. Wir sind schon manchmal sehr in Abwehrkämpfe verstrickt und hatten ja gerade im letzten Jahr ne echt harte Zeit. Aber ganz ernsthaft, gerade deswegen ist uns der 1. Mai dieses Jahr vielleicht nochmal wichtiger. Es ist leider einer der wenigen Momente zurzeit in dem wir in Wuppertal sehr deutlich unsere Haltung zu Kapital und Herrschaft und den ganzen Dreck äußern, das machen wir auch wenn es den Bullen nicht passt jetzt seit 30 Jahren und wollen das auch nicht aufgeben!

Ich habe jetzt schon mehrfach von Leuten aus verschiedenen Städten mitbekommen, dass sie ganz bewusst nicht zur Demo nach Wuppertal kommen. Sie wollten sich
nicht im Polizeikessel “über den Berg prügeln lassen” und ziehen aus dem Grund z.B. die anarchistischen 1. Mai
Demonstrationen in Dortmund oder Bonn vor. Im Jahr 2008 gab es ja wirklich eine massive Repression, bei der ein
großer Teil der Demonstration verletzt und abgeführt wurde. Wie hat sich die Thematik in den letzten Jahren dargestellt?

Na ja, wenn man auf eine Demo mit sozialrevolutionären Anspruch geht, muss Mensch leider mit Repressalien durch die Bullen rechnen. Den Bullen und der herrschenden Politik ist es natürlich ein Dorn im Auge, das die Demo unangemeldet läuft – dies ist für uns aber ein unbedingtes Muss für eine autonome 1. Mai Demo. Weil dafür schlicht keine Einzelperson verantwortlich sein kann, so wie es der Staat will.
Außerdem ist das für uns ein Minimum an rebellischer Haltung was wir uns unbedingt erhalten wollen. Wenn so eine Demo angemeldet wird, ist das übrigens auch kein Schutz vor sehr krasser Repression, wie es vermutlich hunderte Beispiele aus den letzten Jahren belegen. Wenn wir an Situationen wie in Istanbul denken und den dort eigentlich jedes Jahr stattfindenden Kampf um den Taksim Platz, wissen wir was Repression auch noch bedeuten kann. Aber die Demo in Wuppertal zeigt auch, dass es nicht falsch ist weiter zu machen. In den letzten Jahren war die Situation schon wieder viel besser. 2014 haben wir den Bullen wieder richtig ein Schnippchen schlagen können. Mensch muss aber auch sagen, dass es auch viel an uns selber hängt (mit “uns” beziehen wir jetzt auch mal Menschen aus anderen Städten mit ein), wenn wir entschlossen motiviert und gut organisiert sind geht natürlich mehr als wenn das nicht der Fall ist. Und ganz allgemein freuen wir uns glaube ich aber alle, wenn autonome, anarchistische oder linksradikale 1.Mai-Aktionen stattfinden, das zeigt doch nur das (sozial)revolutionäre Ideen für Menschen Wichtigkeit haben, wir wollen gar kein Monopol auf einen möglichst rebellischen, autonomen oder anarchistischen 1.Mai haben.

Der Demonstrationszug hat ja jedes Jahr den gleichen Endpunkt als Ziel, den Schusterplatz aufdem Ölberg. Dort findet dann auch immer ein kleines Straßenfest mit der Nachbarschaft statt, vor ein paar Jahren gab es aus diesem Fest auch nochmal eine weitere spontane Demonstration Richtung Innenstadt. Könnt ihr mal etwas über das Fest erzählen? Wie es abläuft, was vor Ort alles stattfindet, was eurer Meinung nach fehlt oder ausgebaut werden könnte und natürlich wie eure jährliche Aktion von der Anwohner*innenschaft aufgenommen wird.

Auf dem Schusterplatz gibt es Musik von lokalen Künstler*innen, der eine oder andere inhaltliche Redebeitrag wird gehalten und es wird Essen von verschiedenen Gruppen, wie zum Beispiel der Küfa aus dem AZ, oder ‘Welcome 2 Wuppertal’ gegen Spende angeboten. Meist gibt es auch einen Infostand und seit kurzem das bei Kindern sehr beliebte “antifaschistische” Torwand schießen [lacht]. Die Idee dahinter ist den Tag noch gemeinsam in ruhiger Atmosphäre ausklingen zu lassen, auch Anwohner*innen die nicht an der Demo teilnehmen, freuen sich auf das anschließende Straßenfest. Es ist unserer Meinung nach wichtig für die Verankerung im Viertel, mit der Nachbarschaft im Austausch zu bleiben. Nicht zuletzt deswegen ist für uns das Straßenfest neben der Demonstration selbst auch immer ein wichtiger Teil des 1. Mai. An dem sich dann auch gerne die Nachbarschaft beteiligt, z.B. durch Hilfe beim Auf- und Abbau, bei der Ausgabe von Getränken oder mit einem selbstorganisierten Kuchen- und Waffelstand. Deshalb würden wir sagen, dass die Anwohner*innenschaft das jährliche Fest überwiegend positiv aufnimmt.

Ende März ist in Wuppertal eine Veranstaltungsreihe angelaufen, die bis zum 1. Mai gehen wird und einige sehr aktuelle Themen behandelt. Welche inhaltlichen Schwerpunkte sind euch dieses Jahr besonders wichtig?

Die Themen decken tatsächlich ein breites Spektrum ab. Das ist sozusagen traditionell so, aber es ist halt auch einfach so, dass die Sachen auch miteinander zusammenhängen. Das heraus zu arbeiten ist zwar nicht immer einfach, aber trotzdem einen Versuch wert. Wir haben Veranstaltungen zu verschiedenen Themen: Zu den
Fluchtbewegungen nach Europa, zur zunehmenden Militarisierung, zu Stadt(teil)-Kämpfen, zu Sexismus und Anti-Sexismus, zu staatlicher Repression und den Kämpfen der Kurd*innen in der Türkei und Syrien.
Was wir ganz sicher auch nicht vergessen werden sind die verkackten Rassist*innen und Nazis. HoGeSa-Nazis haben letztes Jahr einen Freund von uns in mörderischer Absicht angegriffen. Das werden wir ganz sicher nicht vergessen! Außerdem läuft ja gerade auch was an gegen den ganzen staatlichen Rassismus. Zum Beispiel Abschiebungen oder das was die Herrschenden “Integration” nennen, sprich, das sich die Menschen möglichst billig ausbeuten lassen sollen und ansonsten die Schnauze halten und die brutale, militärische Abschottung Europas. Da wollen wir natürlich versuchen uns selber stärker in Wallung zu bringen und vielleicht ein bisschen auch was anzustoßen.

Genau ein Jahr ist es jetzt her, dass euer Freund vor dem Autonomen Zentrum von Nazis niedergestochen worden ist. Das letzte Jahr muss ziemlich schwierig für euch gewesen sein. Wie sieht es heute aus, wie hat sich das letzte Jahr bei euch ausgewirkt und was hat sich geändert?

Der Angriff war auf jeden Fall ein Schock für uns alle. Unserem Freund geht es zum Glück den Umständen entsprechend wieder besser, er leidet aber immer noch unter den Folgen des Angriffs. Es ist seitdem viel Zeit und Kraft in die Aufarbeitung des Angriffs und dem Geschehenen geflossen – sowohl intern als auch in Form diverser öffentlicher Erklärungen und Veranstaltungen.
Zum Naziangriff selber kam ja in der Nacht und in der Folgezeit noch das skandalöse und teilweise sehr brutale Vorgehen der Wuppertaler Bullen gegen Antifaschist*innen hinzu. Politisch wurde all das unsererseits ab Herbst in der Kampagne gegen HoGeSa, Nazis und Polizeigewalt aufgegriffen, die parallel zum Prozess lief.
Der vor kurzem zu Ende gegangene Prozess brachte aber auch keinerlei Aufklärung über das Verhalten von Bullen und Staatsanwaltschaft, weshalb dieses Thema auch weiterhin wichtig für uns sein wird, u.a. auch rund um den 1. Mai. Während des Prozesses sind noch mal krasse
Sachen über das Verhalten der Bullen raus gekommen. Sie hatten ganz klar Kenntnis, dass das Ganze von Naziseite aus geplant war, dennoch haben Bullen und Staatsanwaltschaft so nicht ermittelt bzw. dann aufgeklärt.
Was trotz allem war und ist die große Solidarität, die unserem Freund entgegenkommt, klasse . So sorgen jetzt schon seit fast einem Jahr verschiedene Menschen dafür, dass das Lokal unseres Freundes geöffnet bleiben kann und er seine Lebensgrundlage nicht verliert.
Geändert hat sich durch den Angriff und das Folgegeschehen natürlich vieles, bei vielen Menschen vor allem auf einer persönlichen Ebene, konkret ist aber auch z.B. Sicherheit seitdem ein anders Thema im Haus.

Wollt ihr die Kampagne und deren Verlauf kurz beschreiben? Wie lief sie bisher ab, was für Erfolge wurden eventuell erzielt und was für Ziele sind noch nicht erreicht?

Die Kampagne ist im September 2015 gestartet. Es gibt eine Kampagnen-Zeitung die ausführlich die Thematik bearbeitet. Zum Prozessauftakt, Anfang Oktober gab es eine Demo, an einigen Prozesstagen gab es kleine Kundgebungen und viel wichtiger: Der Prozess wurde vor allem durchgehend kritisch begleitet. Zu den Geschehnissen gab es dann Veröffentlichungen auf dem Blog der Kampagne. Weiterhin gab es ein paar Veranstaltungen auch in Kooperation mit anderen Akteuren in der Stadt und zuletzt, Anfang Februar, eine Aktion vor der Bullenwache am Hofkamp. Die Bullen dort sind verantwortlich für den Polizeieinsatz in der Nacht des 11. April 2015. Sie stehen derzeit schon massiv unter Druck, was auch an der kritischen Berichterstattung einzelner Journalist*innen liegt. Also die Kampagne hätte sicher erfolgreicher sein können, vor allen Dingen hätte sie auch unter uns breiter verankert sein können. Es war uns aber wichtig, dass es kontinuierlich was gegen diese ganze Scheiße, auch öffentlich gab und bei Gelegenheit bzw. Notwendigkeit sicherlich wieder geben wird!

Vor zwei Jahren wurde mit der autonomen 1. Mai Demo ja der Startschuss für eine Kampagne gegeben, für den Verbleib des Autonomen Zentrums an der Gathe (die Gathe ist eine größere Straße in der Wuppertaler Nordstadt). Im Oktober des gleichen Jahres gab es dann nochmal eine wirklich große, kraftvolle und gelungene Demonstration. Seit dem gibt es zumindest nach außen keine wirkliche Informationslage zu der Thematik mehr – ist das Thema vom Tisch und der Verbleib des AZ an seinem Standort gesichert?

Nein, der Standort an der Gathe ist leider noch in keinster Weise gesichert, aber grundsätzlich hat sich an der Lage seit der Demo im Oktober 2014 noch nichts geändert. Es gibt zwar nach wie vor Verhandlungen, aber es gibt immer noch kein adäquates Ausweichgebäude. Der Häuserblock rund ums AZ gehört unseres Wissens nach bereits größtenteils der DITIB-Gemeinde. In die verlassene Tankstelle nebenan ist seit kurzem ein KFZ-Gutachter eingezogen. Wir haben aber das Gefühl, dass die Bereitschaft im Haus mit der DTIB zu verhandeln sich mittlerweile bei vielen Menschen in Grenzen hält, unter anderem da im Sommer auf einer von der DITIB mit organisierten Demonstration viele Gemeindemitglieder Seite an Seite mit ‘Grauen Wölfen’ liefen.
Wir hatten im letzten Jahr viel Arbeit mit der Aufarbeitung des Angriffs und der Prozessbegleitung, deswegen ist die Öffentlichkeitsarbeit der “AZ Gathe bleibt” Thematik etwas vernachlässigt worden, aber sobald es etwas Wichtiges, Neues gibt, wird das natürlich nach außen getragen.

Eure Verhandlungspartnerin ist in dem Fall ja wie gesagt die DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V.), eine nationalkonservative und religiöse Einrichtung, die direkt dem türkischen Staat untersteht. Ich würde eigentlich meinen, dass diese Tatsache eine positive Bezugnahme gegenüber der DITIB verhindert. Als die Nazis von ‘pro NRW’ aufliefen gab es ein Transpi “Von AZ bis Minarett…” und soweit ich das im Kopf habe wurde ein größerer Neubau der Moschee sogar von AZ Seite aus begrüßt. Gerade auch in Hinsicht auf den inhaltlichen Schwerpunkt zum Kampf der Kurd*innen in der Türkei und Syrien. Wie passt das zusammen? Das gleiche könnte man auch bei der Frage des Antisexismus, bezüglich auf den von großen Teilen der DITIB geforderten Kopftuchzwang stellen.

Natürlich sind wir keine Fans der DITIB und sind auf deine genannten Kritikpunkte gerade nicht genug eingegangen und die Antwort ist so vielleicht ein wenig verkürzt dargestellt. Aber die Frage bezog sich ja
auch nicht auf die DITIB. Wir stellen KEINEN positiven Bezug zur DITIB her und lehnen jede Form von nationalem oder religiös-fundamentalistischem Denken ab. Unseren kurdischen Gefährt*innen und den Befreiungskämpfen in Syrien und der Türkei stehen wir selbstverständlich solidarisch bei Seite.
Leider ist es dennoch die DITIB, die unser Haus kaufen will. Daher müssen wir uns nicht nur mit der Stadt, sondern auch mit denen auseinandersetzen.
Wir begrüßen den Neubau jetzt auch nicht, an einem “Gotteshaus”, ob Kirche oder Moschee, sehen wir durchaus kritische Punkte, aber in den real existierenden Verhältnissen ist es nun mal gut und notwendig, dass es Religionsfreiheit und die Möglichkeit des Auslebens seines Glaubens gibt. Das “von AZ bis Minarett” bezog sich nicht auf den Neubau den die DITIB plant. Da aber pro NRW sich mit ihrer antiislamischen Hetze auf Moscheen im Allgemeinen bezieht, wollten wir dem etwas entgegen setzen. Wir haben es ja offensichtlich mit einem sich im letzten Jahr noch verstärkenden antimuslimischen Rassismus zu tun, der aber auch schon vorher massiv spürbar war. Da haben auch wir als Autonome und oder Anarchist*innen, die Religion grundsätzlich kritisch gegenüber stehen ein politisches Problem, nämlich das mensch aufpassen muss diesen Konflikt nicht von der falschen, sprich rassistischen Seite zuzuspitzen.

Ihr habt für den 29’ten und 30’ten April Aktionstage angekündigt, Was würde mich erwarten wenn ich dieses Jahr
schon zwei Tage früher nach Wuppertal komme?

Na jede Menge Spaß und nette Leute 🙂 Also Freitag gibt es erst einmal ein geiles Punk-Konzi und am Samstagabend dann auf jeden Fall eine Tanz-Demo mit der wir in den 1. Mai feiern. Am 1. Mai startet dann um 14:00 Uhr die Autonome 1. Mai Demo und danach das Schusterplatzfest auf dem Ölberg! Dazwischen phantasieren wir noch was rum was da so gehen könnte, aber vielleicht verraten wir ja auch nicht alles vorher. Es schadet bestimmt nicht, sich auf den einschlägigen Blogs auf dem Laufenden zu halten.

Die abendliche Tanzdemo am Vorabend gab es auch schon die letzten Jahre. Einerseits bin ich ein großer Freund von solchen Zügen, es werden ja auch nochmal andere Menschen damit angesprochen. Andererseits habe ich oftmals das Gefühl, dass aus der Demonstration zu wenig Vermittlung der Inhalte nach außen gibt. Wie sieht das bei euch aus?

Die Tanzdemo ist für uns eigentlich immer so ein “Reclaim the Streets”-Ding. Ob wir es schaffen das nach außen hin immer so zu vermitteln wissen wir nicht, aber das ist zumindest der Anspruch. Wichtiger Teil ist auch nach außen zu tragen das es vielen Jugendlichen (neben dem AZ) an unkommerziellen Alternativen fehlt. Es gibt auf unseren Tanzdemos immer zwischendrin auch Redebeiträge zu verschiedenen aktuellen Themen die uns wichtig sind, es gibt meist einen eigenen Aufruf und vor dem LKW mit der Musik läuft auch immer ein kleiner Demoblock mit Transpis. Also klar wird auf einer Tanzdemo Spaß schon relativ groß geschrieben, aber wer sagt, dass die soziale Revolution nicht auch Spaß machen darf [lacht].

Das hört sich ja schon echt super an! Wir sehen uns dann spätestens am 30. April aufden Straßen Wuppertals. Vielen Dank für das Interview, die letzten Worte will ich mal ganz frei euch überlassen.

Vielen lieben Dank fürs Interview.

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